Sonntag 25. Juni 2017
  • Vor 17 Jahrhunderten herrschte Chaos in Europa. Das alte Imperium zerfiel.

    Es begann die Zeit der Völkerwanderung. Menschen begaben sich auf die SUCHE

    nach Richtung, Ziel, Sinn, Heimat.

  • Vor 17 Jahrhunderten herrschte Chaos in Europa. Das alte Imperium zerfiel.

    Es begann die Zeit der Völkerwanderung. Menschen begaben sich auf die SUCHE

    nach Richtung, Ziel, Sinn, Heimat.

  • In dieser unruhigen Zeit wurde ein einzelner Mann durch seine Haltung und sein Leben zur Legende.

    Kein König, kein Politiker, kein Kriegsherr, sondern ein Heiliger: MARTIN VON TOURS.

  • In dieser unruhigen Zeit wurde ein einzelner Mann durch seine Haltung und sein Leben zur Legende.

    Kein König, kein Politiker, kein Kriegsherr, sondern ein Heiliger: MARTIN VON TOURS.

  • Inmitten der Härte seiner Epoche war er von Mitgefühl bestimmt.

    Seine Liebe zum Menschen führte ihn zum Glauben an Christus.

    Dieser Glaube drückte sich fortan in NÄCHSTENLIEBE aus.

  • Inmitten der Härte seiner Epoche war er von Mitgefühl bestimmt.

    Seine Liebe zum Menschen führte ihn zum Glauben an Christus.

    Dieser Glaube drückte sich fortan in NÄCHSTENLIEBE aus.

  • Heute wird das Vermächtnis des heiligen Martin zur rettenden Option einer gequälten Welt,

    in der die Macht entfesselter Märkte und des Geldes

    den MENSCHEN als höchsten Wert zu ersetzen droht.

  • Heute wird das Vermächtnis des heiligen Martin zur rettenden Option einer gequälten Welt,

    in der die Macht entfesselter Märkte und des Geldes

    den MENSCHEN als höchsten Wert zu ersetzen droht.

  • Europa braucht wieder mehr Martinus. Es braucht wieder Laternen der Hoffnung und der Orientierung, die von singenden Kindern durch die Nacht getragen werden.

    Europa braucht mehr MARTINSFEST.

  • Europa braucht wieder mehr Martinus. Es braucht wieder Laternen der Hoffnung und der Orientierung, die von singenden Kindern durch die Nacht getragen werden.

    Europa braucht mehr MARTINSFEST.

Geistliches Wort Seiner Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Geistliches Wort

Seiner Allheiligkeit

Des Ökumenischen Patriarchen

Bartholomaios

bei der Feier der Römisch-katholischen Messe

anlässlich des Gedenkens an den Heiligen Martin von Tours

in Eisenstadt (11. November 2014)

 

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Ehrwürdiger Metropolit von Austria Arsenios, Hirte der von Gott behüteten, heiligen Metropolie unseres Ökumenischen Patriarchates,

Eure Exzellenz, Bischof Ägidius, lieber Bruder im Herrn,

Ehrwürdige Eminenzen und Exzellenzen, heilige Brüder im Amte,

Geschätzter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Bürgermeister dieser historischen Stadt,

Geschätzte und Geliebte in Christus, Ihr alle, die diesem Gottesdienst beiwohnen,

 

Wir freuen uns, dass uns heute die Möglichkeit gegeben wird, hier, in Ihrer Stadt, anwesend zu sein. Durch unsere Teilnahme an dem heutigen Fest, des Gedenkens an den Heiligen Martin, den Beschützer und Patron Ihrer Stadt, sind wir voll Freude und haben Vertrauen und Zuversicht in den Fortschritt der Bevölkerung dieser Stadt und in den Fleiß der hiesigen Regierung für die Erhaltung des außergewöhnlichen Erscheinungsbildes Ihrer Stadt.

 

Wir freuen uns auch, weil unsere Anwesenheit hier mit der Feier des Heiligen Martin zusammenfällt, einer der wichtigsten Heiligen der gesamten Kirche des ersten Jahrtausends und eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des christlichen Westens. Sein Werk, das er an der Diözese von Tour tat, an ganz Galatien, dem heutigen Frankreich, aber auch am ganzen Westen, ist unschätzbar.

 

Die Bevölkerung seiner Diözese in Tour verdankten dem Heiligen Martin und verdanken ihm bis heute ihre christliche Identität, denn es handelte sich beim Heiligen Martin um einen Missionar, welcher mit seinen missionarischen Reisen die Bekehrung der Bevölkerung zum Christentum bewirkte. Deshalb wird dieser große Hierarch von Tour im Westen mit zahlreichen Kirchen geehrt und sein Name findet sich unter den beliebtesten Taufnamen in seinem Volk, welches ihn als Beschützer und Mittler zu Gott preist.

Der Heilige Martin bekleidete, noch als Katechumene, einen Bettler mit der Hälfte seines Umhanges und wurde daraufhin einer göttlichen Vision gewürdigt, des Anblicks des unbeschreiblich schönen Angesichtes des Herrn, der da sprach: “Was du dem Geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du an mir getan” (Mt. 25, 40-41). Sodann bekleidete Martin selbst viele seiner Mitmenschen mit dem Gewand der Unvergänglichkeit und des Lichtes, welches der christliche Glaube durch die Taufe verleiht. Aber nicht nur durch die Taufe mit Wasser, sondern auch durch die Taufe der Umkehr wirkte dieser Heilige Bischof, da er die Grundlagen für die Entwicklung des Mönchtums im Westen legte, indem er selbst als Mönch und Erbauer des Klosters von Marmoutier das „engelsgleiche Leben” führte. Laut seiner Vita war der Heilige Martin stets im Gebet (semper orbat), wodurch er das Gebot “Betet ohne Unterlass!” erfüllte. Er hatte die Augen seiner Seele und seines Herzens stets gen Himmel gerichtet (animus caelo semper intentus), was ein Teil des mystischen Lebens in Christus ist.

 

Der heutige Tag hat aber noch eine andere Bedeutung:

Heute gedenkt die Orthodoxe Kirche der Heiligen Märtyrer Minas, Viktor, Vincent und Stefanie, sowie unseres Heiligen Vaters und Bekenners Theodors des Studiten, welcher “von Kindheit an zum tugendhaften Leben erwählt, in der Heiligen Schrift erzogen und in höchstem Grade zur Erkenntnis emporgeführt worden war... der in jeder Form der Tugend gestärkt und gewürdigt wurde der Salbung und des Priestertums” (s. seine Heiligenvita im Synaxarion) und des Bekenntnisses.

 

Die Heiligen Minas, Viktor und Vincent, sowie die Heilige Stefanie, die durch das Martyrium “nicht die Wut der Herrschenden fürchteten”, zusammen mit dem Heiligen Theodor dem Studiten, welcher durch das Bekenntnis “ein Handelnder in der Theorie, in den Taten ein Theologe, ein fähiger Asket, gepriesener Erzmärtyrer, Säule der Orthodoxie, Grundfeste der Kirche” war, bilden mit dem Heiligen Martin, “wegen seiner Lehre und der mönchischen Askese”, eine Brücke zwischen Osten und Westen und ein gemeinsames geistliches Erbe auf unserem ökumenischen Weg.

 

***

 

In diesem Rahmen findet die Wende zu der gemeinsamen geistlichen Tradition zweier Welten statt – der Welt des Ostens und des Westens - und so soll auch der heutige Versuch ihrer Annäherung eingeordnet werden. Die  Zusammenarbeit und unser Dialog der Liebe und der Wahrheit mit der Römisch-katholischen Kirche, welcher sich in den letzten Jahrzehnten entwickelte, schafft beste Voraussetzungen sowohl für das gegenseitige Verständnis aller Christen und ihrer gegenseitigen Annäherung, als auch für die gemeinsame Bekämpfung der neu auftauchenden Probleme unserer Zeit. Ein Beispiel hierfür ist die Verfolgung, welche alle Christen - unabhängig vom Bekenntnis – erleiden, vor allem natürlich im Mittleren Osten, aber darüber hinaus auch auf der ganzen Welt. Trotz der scheinbaren Freiheit, der Entfaltung der Würde der sogenannten Menschenrechte, der Religionsfreiheit und der Identität des Menschen kommt es in den letzten Jahre zum irrationalen Aufkommen des religiösen Fanatismus, zu Intoleranz, zu Leiden auf Grund mangelnder Bruderliebe und zu Rachegelüsten.

 

Unsere Verantwortung als Christen ist sehr groß, da wir es dem alten Wein des Glaubens schulden, diesen umzugießen in heutige Krüge des kämpfendes Volkes Gottes, welches von zahlreichen Problemen und alltägliche Schwierigkeiten aller Art erdrückt wird.

 

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In diesen Rahmen der Bemühungen um gegenseitiges Verständnis und Verbesserung der Beziehungen ordnet sich natürlich die mit großer Dankbarkeit verbundene Stiftung eines Grundstückes seitens der römisch-katholischen Kirche an die orthodoxe Metropolis von Austria, und damit an das Ökumenische Patriarchat, zur Errichtung eines orthodoxen Klosters ein; gleichsam als Zeugnis, Bekenntnis und Mission, entsprechend den Gaben an uns durch unseren Herrn Jesus Christus, der nach Seinem Heiligen Willen wirkt.

Wir schulden Eurer Exzellenz, dem geliebten Bischof von Eisenstadt Ägidius, tiefsten Dank, da Sie die Wichtigkeit der Gründung und Existenz eines solchen Klosters zur Fortführung jenes mystischen und vom Gebet getragenen Lebens verstehen, welches bereits der Patron Ihrer Diözese, der Heilige Martin, führte und welches ihn würdigte, solch große Wunder zum Erstaunen der Menschen, der Engel und sogar der Dämonen zu vollbringen. In diesem Sinne bedanken wir uns herzlich auch bei der römisch-katholischen Gemeinde des Heiligen Andreas, welche für die besagte Stiftung ihre Zustimmung gab. Von Herzen wünschen wir, dass der gemeinsame Patron dieser Kirchengemeinde und des Ökumenischen Patriarchates, der Apostel Andreas, reichen Lohn für Ihre Liebe schenke, indem er die hiesigen Christen vor jeder Gefahr beschützen möge.

 

***

 

Geliebte Brüder und Schwestern in Christus,

 

Wir, der Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom und Ökumenischer Patriarch, kommen zu Ihnen aus Konstantinopel, einer Stadt, welche seit mehr als einem Jahrtausend das Herz des Weltgeschehens darstellt. Wir wünschen, dass sich das Wissen vom  Martyrium und vom Bekenntnis des Glaubens sowie von einer anderen, unterschiedlichen, Sichtweise verbreitet: Dass nämlich die Orthodoxe Kirche bis heute die ethische, religiöse, geistliche und pastorale Rolle des Martyriums und des Bekenntnisses in ihrer Identität betont.

 

In erster Linie tut dies das Ökumenische Patriarchat auf der ganzen Welt im Wege seiner Heiligen Metropolien.

Die Kirche von Konstantinopel kümmert sich neben ihrer Verantwortung für die Einheit und Stabilität der orthodoxen Ortskirchen darum, dass der Reichtum des Orthodoxen Glaubens, der Tradition und der Spiritualität ein gemeinsames Erbe für immer mehr Menschen auf der Welt wird. Sie ist überzeugt, dass sie, abgesehen von anderen Wohltaten, positiv dazu beiträgt, ein gutes Klima der Versöhnung und der Zusammenarbeit zwischen den Ortskirchen und deren religiösen Überzeugungen, genauso wie mit den Brüdern und Schwestern der römisch-katholischen Kirche zu schaffen, ein Klima, welches die Menschheit heute so sehr benötigt. Wenn wir die Enttäuschung– um nicht von Verzweiflung zu sprechen - sowie die Angst und den Schmerz der gepeinigten Menschen, welche aus den weltweiten Konflikten entspringen, ernst nehmen, die wir tagtäglich auf den Bildschirmen der Fernseher sehen können, so sind deren Ursachen vor allem geistlicher, religiöser und ethischer Natur. 

Versteht, Brüder und Schwestern im Herrn, dass meine Position in der weltweiten Orthodoxie, ebenso wie die des Vorstehers der ehrwürdigen Kirche von Rom, unseres Bruders Papst Franziskus und der anderen kirchlichen und religiösen Zelebranten, unter den Voraussetzungen der heutigen Zeit so entscheidend ist und jeden Tag verantwortungsvoller wird. In einer Zeit, in welcher “die geografischen Distanzen nicht mehr existieren” und “die Liebe der Meisten kalt geworden ist”, ist deswegen die Wachsamkeit, Besonnenheit und Weisheit Gottes notwendig. So sei unsere Position und Verantwortung ein Zeugnis und Bekenntnis, die durch die Waffe der Wahrheit verwirklicht werden, damit wir Christus, unseren Gott, verkünden, der im Fleische in die Welt gekommen ist, gottmenschlich wirkte und die Welt rettete “indem er für uns Menschen den Heilsplan Gottes erfüllte.” Er vereinigte das Weltliche mit dem Himmlischen, fuhr in den Himmel auf und sandte uns den Paraklet, den Heiligen Geist, damit er uns “zur ganzen Wahrheit” führe - nicht nach unserem beschränkten Willen, sondern nach dem schon vor allen Zeiten dagewesenen “Ratschluss des Herrn”; als der Erzengel Gabriel „hinab kam von den Himmeln, nach Nazareth, um sich der Jungfrau Maria zu nahen und ihr zuzurufen, dass sie den Sohn, der vor Adam war, empfangen werde, den Schöpfer Aller und den Erlöser” (s. Hymnen des Festes der Verkündigung der Gottesgebärerin). Ebenso werden die Mönche des in der Gründung begriffenen Orthodoxen Klosters in Ihrer Region die Freude und Ruhe in der Gemeinschaft der Menschen des Burgenlandes verkünden und sie werden sich bemühen, durch ihre Diakonie jeden Menschen ohne Ausnahme als ein Geschöpf Gottes „zum Leben“ und nicht „zur Verdammnis“ zu führen.

 

Auch wir aus dem Neuen Rom bemühen uns, der Welt und den Menschen diese göttliche Freude der Linderung, der Seelenruhe, der Zusammenarbeit in Liebe und des gegenseitigen Verständnisses zu überbringen und gleichzeitig den Weg des Dialoges der Liebe und der Wahrheit zu gehen, welcher, wenn der Herr es will, zur Einheit in einer Kirche führen wird. In gleicher Weise bemüht sich Seine Heiligkeit Papst Franziskus von Rom, der Einfache, der Demütige, welcher - von Gottes heiligem Willen bewegt - anlässlich des Festes des Thrones des Ökumenischen Patriarchates in Kürze zu uns nach Konstantinopel in den Phanar kommen wird. Wir erwarten ihn mit Freude und Rührung, um die Bemühungen, den Kampf und das Ringen um die Versöhnung und die Einheit des menschlichen Geschlechtes fortzusetzen, aber auch um den Weg zur Vereinigung unserer Kirchen zu einer Kirche zu bekräftigen, gemäß dem Glauben und dem Dogma der Kirche des ersten Jahrtausends.

 

Wir sind beide fest entschlossen, unter den Bischöfen auf der Welt, den Klerikern und den Gläubigen zu verkünden und zu bekräftigen, dass wir diese geistliche Aufgabe der Kirche unverfälscht bis zum Ende fortführen werden, in vollem Bewusstsein am Steuer der Verantwortung des Herrn stehend, auf dass wir Christus preisen und bekennen: den allzeit Gekreuzigten, den allzeit Auferstandenen. Den allzeit Frieden Schaffenden und allzeit Kraft Gebenden. Den allzeit Anwesenden und auf wundersame Weise die menschlichen Verfehlungen auf sich Nehmenden. Den allzeit den in seinem Namen Getauften brüderlich Helfenden und allzeit uns zu Söhnen und Mitwirkenden des Friedens Verwandelnden zur Erringung der menschlichen Einheit. Das Kloster der Metropolis von Austria des Ökumenischen Patriarchates, welches auf dem gestifteten Grundstück gegründet wird, wird einen festen Grundstein in Österreich bilden, welcher zur Erreichung der Einheit des Leibes Christi beitragen wird, gemäß dem Ausspruch des Evangeliums und der Engel: “Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, den Menschen Wohlgefallen”. Amen.

 

Es gilt das gesprochene Wort!

Hl. Papst Johannes Paul II.

Trausdorf, 24. Juni 1988

..... "Liebe Christen der Diözese Eisenstadt! Im Geist des heiligen Martin überschreitet ihr auch die Grenzen eurer Heimatdiözese. Diese ist sich mit ihrem Bischof der Brückenfunktion bewußt, die ihr gerade zu den Völkern Osteuropas hin habt. Ihr seid bereit, mit ihnen Kontakte zu pflegen und auch mit ihnen zu teilen, materiell und geistig." .....

Dominik Orieschnig, Sprecher der Diözese Eisenstadt, über den aktuellen Bau eines Zauns zur Grenze nach Ungarn im Interview mit Radio Vatikan

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